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Korbiniansapfel („KZ-3“)

Obstsorte:

Der Korbiniansapfel oder auch „KZ-3“ ist eine von vier Apfelsorten, die von dem katholischen Freisinger Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Gefangenschaft im KZ Dachau züchtete. Die Sorten nummerierte er KZ-1 bis KZ-4. Es gelang ihm, die Sorten noch während der Haftzeit aus dem Lager zu schmuggeln. Bis heute erhalten blieb jedoch nur diese Sorte des Kulturapfels (Malus domestica), die später auch als Korbiniansapfel bezeichnet wurde. Alle als Korbiniansäpfel bezeichneten Bäume sind bisher der Sorte Stina Lohmann zuzuordnen. Vor allem für Hoch- und Halbstämme ist der Obstbaum geeignet in Obstwiesen und als Feldbaum.

Historischer Hintergrund:

Pfarrer Korbinian Aigner (1885–1966) machte sich als einer der besten Sortenkenner unserer Zeit um den Obstanbau hoch verdient. 1939 wurde er wegen seiner heftigen Kritik am damaligen Regime verhaftet und in das KZ Sachsenhausen, später nach Dachau gebracht. Dort wurde ihm erlaubt, Apfelkerne auszusäen. Einen Teil der entstandenen Sämlinge gelangten aus dem KZ, bevor er zum Kriegsende aus dem Lager befreit wurde. Einer dieser Sämlinge ist der heutige ‘Korbiniansapfel‘.

Reifegruppe: Spätsorte, ab Mitte Oktober. Im kühlen Naturlager mindestens 6 Monate haltbar.

Frucht: Mittelgroß, abgestumpft rundlich mit flachen Wulsten um die Frucht. Weite Kelcheinsenkung mit geschlossenem Kelch, oft von Höckern umgeben. Kurzer, kräftiger Stiel in strahlig berosteter Stielgrube. Schale glatt, leicht fettend. Bei Vollreife goldgelb, nur bei optimaler Belichtung einseitig kräftig ­gestreift. Fruchtfleisch grünlichweiß, feinzellig, saftig mit feiner Würze. Harmonisches Zucker-/Säureverhältnis.

Verwertung: Für den Frischverzehr und als guter Wirtschaftsapfel brauchbar.

Ertrag: Mittelfrüh einsetzend, dann regelmäßig.

Baum: Breite, ausladende Krone. Von Jugend an kräftiger Wuchs.

Standort: Geringe Ansprüche an Boden und Klima bis in mittlere Höhenlagen.

Anfälligkeit: Sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Mäßiger Fruchtschorf kann in warmen, geschlossenen Tallagen auftreten.

Die Pflanzung eines Korbinianapfelbaums im „Eichstätter Obstwald“ erfolgte nach der Ausstrahlung des im April 2025 erschienenen Kinodokumentarfilms „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ im Filmstudio Eichstätt am 13. November 2025. Mehr Informationen unter https://stummerhund.de. Weitere Quellen:

https://www.streuobst-in-bayern.de/detail/id=62a0b73e3ef7687ea9deb1a3
https://de.wikipedia.org/wiki/Korbiniansapfel